
Die Frau, die Parfüms erfunden hat.
Die Parfümerie verdankt Frauen viel. Ob die diskrete Sorgfalt von Marie-Thérèse de Laire, die mit den Molekülen, die ihr Mann zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelt hatte, legendäre Parfümerie-Basen komponierte, oder das schöpferische Genie einer Germaine Cellier oder Sophia Grojsman, die die Parfümerie in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts revolutionierten: Frauen waren schon immer im Hintergrund präsent, als Musen oder als Schöpferinnen.
Während wir uns darauf vorbereiten, am 8. März den Internationalen Frauentag zu begehen, schien es angebracht, den Blick auf eine Frau zu richten, ohne die unsere Branche wohl gar nicht existieren würde und deren Namen offenbar alle vergessen haben. Wir möchten von der ersten Parfümeurin der Geschichte sprechen, die ihr Handwerk vor mehr als 3000 Jahren ausübte und revolutionierte: von Tapputi.

Man muss sagen, dass nur wenige Informationen über sie erhalten geblieben sind – aber genug, um ihre Bedeutung zu erkennen, angefangen bei ihrem Namen. Auch wenn es unwahrscheinlich scheint, dass sie die erste Parfümeurin der Menschheit war – die ältesten Spuren von Parfüm stammen aus der Jungsteinzeit –, ist sie doch die erste, deren Name überliefert wurde; bemerkenswert genug, um es festzuhalten. Außerdem arbeitete sie nicht allein, denn auf der Tafel, auf der sie ihre Rezeptur hinterließ, wird auch ihre „Laborassistentin“ genannt, deren Name leider nur unvollständig erhalten ist: -ninu.
Unsere Tapputi war also Parfümeurin am Hof König Tukulti-Ninurta I., eine Tätigkeit, die an mesopotamischen Höfen häufig von Frauen ausgeübt wurde. Mehrere Tafeln zeugen von Parfümeurinnen, die allesamt aus der Fremde kamen, oft aus dem Westen, aus Ägypten oder sogar von den griechischen Inseln, die als bedeutende Zentren der antiken Parfümerie bekannt waren.
Als solche war Tapputi dafür zuständig, Salböle für die großen Ereignisse im Leben des Herrschers sowie für religiöse Zeremonien herzustellen, etwa zum Salben von Götterbildern oder, auf profanere Weise, um die privaten und gemeinschaftlich genutzten Bereiche der königlichen Residenzen zu beduften.
Von ihr ist uns nur eine Rezeptur für ein Öl geblieben, die sie einem Schreiber diktierte und die unter anderem Zypresse, Kalmus und Myrrhe enthielt. Doch ihr Vermächtnis ist die eigentliche Würdigung ihrer Person, denn wir kennen Tapputi vor allem durch jene, die ihre Innovationen aufgriffen – und das waren viele.
In ihren Aufzeichnungen finden sich der älteste überlieferte Destillierkolben, die Herstellung von Parfümtinkturen und vor allem eine historische Premiere: die Verwendung von Alkohol in Parfüms. Diese scheinbar unbedeutende Tatsache war revolutionär in einer Zeit, in der Parfüms als ölige Balsame oder Salben verwendet wurden. Dieser kleine Schritt, Essenzen statt in Öl in Alkohol zu verdünnen, machte sie berühmt, denn er ermöglichte eine neue Art, Parfüm zu erleben: Es wurde flüchtiger, entfaltete sich stärker und ließ sich leichter auftragen.
Kurz gesagt: Tapputi schlug ganz allein eine neue olfaktorische Ausdrucksform vor, die nach ihrem Tod in Vergessenheit geriet und erst im 15. Jahrhundert n. Chr., 3000 Jahre nach ihrer Erfindung, wiederentdeckt wurde.
Es ist jedoch keineswegs übertrieben zu sagen, dass die von ihr hinterlassenen Techniken die ars perfumandi der folgenden Jahrtausende prägten: Über die Jahrhunderte hinweg wurden sie weiterentwickelt, blieben aber dennoch erhalten und tauchten in den Abhandlungen von Al-Kindi, Avicenna und anderen Alchemisten Persiens und des Mittelmeerraums wieder auf.
Tapputi ist mehr als eine Fußnote der Geschichte: Sie ist eine Antwort auf jene, die die Parfümerie zu einer Männerdomäne erklären wollen. Waren die Schutzgottheiten der Parfümeure nicht Frauen? Und auch ihre Schutzheiligen?
Tapputi-Beletekallim ist in mehr als einer Hinsicht das „Oberhaupt ihres Haushalts“ – 3000 Jahre nach ihren Entdeckungen hat sie eine Linie von Parfümeurinnen begründet, verkörpert durch Germaine Cellier, Sophia Grojsman, Sylvie Jourdet, Sonia Constant, Dorothée Piot, Mylène Alran, Annick Ménardo, Cécile Zarokian, Alexandra Carlin und all die anderen, deren es inzwischen so viele gibt, dass wir sie unmöglich alle nennen könnten …


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